Flow – eintauchen in den Fluss des Lebens


In meinen Erzählungen vom Weitergehen wird Euch wahrscheinlich öfter einmal das Wort Flow begegnen. Das englische Wort Flow, deutsch der Fluss, Fließen, wird im allgemeinen Sprachgebrauch häufig für einen Zustand innerer Versunkenheit bei einer Tätigkeit genutzt, während der man alles um sich herum vergisst und ganz im Schaffensprozess aufgeht.

Ich nutze diesen Begriff wesentlich umfassender.

Flow bedeutet für mich, mit dem Leben mitzufließen und aus der Verbundenheit heraus immer zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein und die passenden Dinge zu tun.


Geht das wirklich?

Das gelingt nur, wenn wir lernen, die Kontrolle abzugeben, raus aus dem Dauerdenken zu kommen und gut mit uns verbunden zu sein.

Das ist so ziemlich das Gegenteil von dem, was die meisten Menschen praktizieren. Denn es bedeutet, z.B. nicht minutiös zu planen, sondern mit dem Geschehen mitzufließen und zu schauen, wann das Timing für alle Beteiligten passt. Das ist gerade für uns Deutsche als Pünktlichkeitsfanatiker eine echte Herausforderung.


Ein kleines Volk am Amazonas zeigt, dass so etwas tatsächlich funktionieren kann – die Amundawa. Sie leben vollkommen ohne Zeit und Kalender, es gibt in ihrer Sprache in Bezug auf die „Zeit“ lediglich ein Wort für Sonne / Hell und Nacht / Schwarz. Trotzdem schaffen sie es, sich gemeinsam zu treffen, können sich organisieren – ganz ohne Zeit!


Flow im Alltag

Natürlich erlebe ich gemeinsam mit meinen Weitergeh-Kollegen - dass es auch hier, in Deutschland, funktioniert. Voraussetzung ist, sich wirklich frei zu machen von Erwartungen, Planungen und seinen inneren Impulsen zu folgen.


Eine kleine Anekdote hierzu:

Meine Freundin Iris hat kürzlich den Gründer eines Startup – Unternehmens beraten. Der junge Unternehmer wollte gerne zeitnah einen Abstimmungstermin mit seiner Geschäftspartnerin. Iris erklärte ihm, dass sie am Wochenende spontan schauen müsste, wann es bei ihr geht und sie sich dann melden würde. Daraufhin meinte er, dass er dann einfach das gesamte Wochenende blocken wird! Das ist natürlich überhaupt kein Flow – das ist Kontrolle pur und maximales Sicherheitsstreben. Flow bedeutet, entspannt die Dinge zu tun, die sowieso dran sind, die sich stimmig anfühlen und wenn dann ein Anruf kommt, passt es – oder auch nicht. Wenn das Timing stimmt, wird es für alle Beteiligten richtig sein, erklärte sie ihm. Aber falls nicht, so war schließlich die Vereinbarung, könnte dann für die kommende Woche auch ein Termin vereinbart werden – ganz altmodisch mit Kalender und Uhr.




Es geht also nicht darum, gar keine Termine mehr zu machen. Aber wenn wir uns darauf einlassen, wirklich weiterzugehen und im Flow zu sein, dann bedeutet das eine unglaubliche Entspannung im Leben. Denn Termine führen oft zu einem gewissen Druck – wir müssen rechtzeitig losfahren, alles andere muss sich um die Termine herum sortieren usw.... Je mehr solcher Termine wir haben, desto größer wird dieser Druck. Um uns diesem Flow hinzugeben, brauchen wir ein gewisses Maß an Vertrauen – dazu erzähle ich im nächsten Blogbeitrag etwas.


Der Fokus machts

Auch bei unseren Tätigkeiten können wir dem Flow vertrauen, und die Dinge so erledigen, wie sie sich stimmig anfühlen.

Damit der Flow allerdings nicht zu einer Ausrede für unseren inneren Schweinehund wird, ist es wichtig, fokussiert zu sein, aufs Weitergehen, ein konkretes Projekt oder Vorhaben – ohne klaren Fokus treiben wir sonst ziellos durch die Gegend – das ist natürlich nicht gemeint.

Hierin liegt auch die Parallele zum Flowzustand z.B. eines Künstlers – der Flow entsteht im Grunde durch den glasklaren Fokus auf das gerade bearbeitete Kunstwerk. Ähnlich entsteht auch der Lebens-Flow durch klaren Fokus nach vorne, die innere Verbindung und eine tiefe Hingabe an das Leben.


Wenn Du Unterstützung dabei brauchst, in den Flow einzutauchen, kannst Du Dich gerne an mich wenden: doerte.winkler@seelenflieger.net

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